Bhakti Yoga
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Bhakti Yoga ist einer der vier klassischen Yoga-Wege: Karma Yoga, Bhakti Yoga, Jnana Yoga und Raja Yoga. Swami Sivananda empfiehlt, alle vier Wege in einer harmonischen Synthese zu praktizieren. Bhakti Yoga ist der Weg der Hingabe. Er umfasst Gebet, Verehrung und Rituale, einschließlich Gesang und hingebungsvoller Lieder und führt die Praktizierenden zu einer tieferen Verbindung mit dem Göttlichen.
Bhakti Yoga wandelt Emotionen in Hingabe um. Dieser Weg spricht besonders Menschen an, die von Natur aus gefühlsbetont sind. Da Emotionen nicht dauerhaft unterdrückt werden können, lehrt Bhakti Yoga Methoden zu ihrer Veredelung. Durch Praktiken wie Gesang, Gebet und der Wiederholung von Mantras wird emotionale Energie in Hingabe umgelenkt. So werden Gefühle wie Ärger, Hass oder Eifersucht in eine positive Richtung transformiert und in reine göttliche Liebe verwandelt. Der Praktizierende im Bhakti Yoga bemüht sich, das Göttliche in allem zu erkennen.
Zu den grundlegenden Praktiken gehören Gebet, Verehrung und Rituale wie das Arati (Lichtzeremonie), ebenso wie das Singen von Mantras und hingebungsvollen Liedern. Auch die Wiederholung eines Mantras, sei es laut, still oder geschrieben, spielt eine wichtige Rolle. Darüber hinaus vertieft sich die Hingabe durch das Lesen oder Hören von Geschichten über die gewählte göttliche Form.
Wahre Hingabe trägt durch die Höhen und Tiefen des Lebens und wird gerade in schwierigen Zeiten zu einem inneren Anker. Sie hilft, den Geist zu stabilisieren und die Konzentration zu vertiefen, denn der Geist folgt dem Herzen. Was wir lieben, darauf können wir uns leicht ausrichten.
Die Meditation über den Ishta Devata, der persönlich gewählten Erscheinungsform des Göttlichen, ist ein erster Schritt auf diesem Weg der Hingabe. Mit der Zeit erkennt man, dass diese Form nichts anderes ist als das eigene innere Selbst, und man beginnt das Selbst in allen Erscheinungen zu sehen. Die Entwicklung von Hingabe ist dabei kein Umweg, sondern ein wesentlicher Bestandteil des meditativen Prozesses. Bhakti Yoga eröffnet zudem die Freiheit, die Beziehung zum Göttlichen auf unterschiedliche Weise zu gestalten, etwa als göttlicher Vater, Mutter, Freund, Meister, Kind oder Geliebter.
Das Wesen der Meditation ist einfach: die Konzentration auf ein einziges Objekt aufrechtzuerhalten. Ein heiliger Klang ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die ständig wandernden Gedanken zu sammeln. Zu Beginn der Praxis ist man sich der Kraft eines Mantras oft noch nicht bewusst und deswegen nimmt man vielleicht nur die entspannende Wirkung der Wiederholung wahr, ohne eine tiefere Verbindung zu spüren. Mit zunehmender Übung wird der Geist jedoch ruhiger, insbesondere durch regelmäßige Praxis und einen ausgeglichenen Lebensstil. Wenn sich der Geist von negativen Einflüssen befreit, wird die Meditation tiefer und erfüllender.
Die Entwicklung von Hingabe durch die Wiederholung eines Mantras öffnet das Herz und ist ein Schlüssel zum Erfolg in der Meditation. Es ist wichtig, das Herz in die Praxis einzubringen, da diese sonst oberflächlich bleibt und keine tiefgreifende Wandlung bewirken kann. In den Yoga-Sutras betont Patanjali, dass Konzentration über lange Zeit, ohne Unterbrechung und mit aufrichtiger Hingabe geübt werden sollte.
In der hingebungsvollen Meditation stellt man sich innerlich die Form eines Aspekts der höchsten Wirklichkeit vor, während man gleichzeitig ein entsprechendes Mantra wiederholt. Diese Wiederholung vertieft die Beziehung zum Göttlichen.
Das Universelle Gebet von Swami Sivananda kann dabei als täglicher Anker dienen, etwa vor oder nach dem Mantrasingen oder der Meditation.
Die Bhagavad Gita (Lied Gottes), die ein Bestandteil der Mahabharata ist, beschreibt in einem Dialog zwischen Krishna und Arjuna den inneren Konflikt zwischen dem niederen Geist und der spirituellen Essenz. Sie stellt die drei Hauptwege des Yoga – Handeln, Hingabe und Erkenntnis – klar dar und gibt eine praktische, ganzheitliche Orientierung für den Alltag.
Die Narada Bhakti-Sutras sind eine klassische Schrift, in der der Weise Narada den Weg der Hingabe an das Göttliche (Bhakti Yoga) beschreibt. In Form von Sutren verfasst, bestehen sie aus 84 Aphorismen über die Entfaltung von Bhakti, der göttlichen Liebe.
Die Purana-Tradition in Indien fasst die alten spirituellen Lehren zusammen und bringt sie in Form von Erzählungen zum Ausdruck; besonders die Geschichten über Krishna, Rama, Shiva und die göttliche Mutter sind sehr beliebt.
Diese Schrift, in deren Mittelpunkt Krishna steht, ist eine umfassende Darstellung der Ethik, Philosophie und Spiritualität Indiens. Das Srimad Bhagavatam ist ein bedeutendes Werk über Bhakti (Hingabe) in Einklang mit Wissen (Jnana). Hier verbindet sich der Nektar der Hingabe mit dem Elixier der Erkenntnis. Die Schrift ist einzigartig in ihrer Schönheit, ihrer Ausstrahlung, ihrer Sprache und ihrer Philosophie.
Die Ramayana, auch „Ramas Geschichte“ genannt, ist ein altes Sanskrit-Epos, das dem Weisen Valmiki zugeschrieben wird. Es erzählt von Ramas Exil gemeinsam mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana, von der Entführung Sitas durch Ravana und ihrer Befreiung, nachdem Rama den Dämonen Ravana mit Hilfe Hanumans – seines treuen Dieners – sowie eines Heeres von Affen und Bären besiegt.
Rama steht für Rechtschaffenheit (Dharma), Selbstdisziplin und Mitgefühl. Er ist die Verkörperung des idealen Sohnes, Ehemannes und Staatsmannes.
Das Mahabharata ist ein umfangreiches Sanskrit-Epos, das traditionell dem Weisen Vyasa zugeschrieben wird. Es schildert den Weg der fünf Pandava-Brüder durch den Verlust ihres Königreichs, Jahre des Exils und ihre Vorbereitung auf den Krieg an der Seite Krishnas. Im Zentrum steht die Bhagavad Gita, Krishnas Lehre an Arjuna auf dem Schlachtfeld, die den inneren Konflikt zwischen dem höheren und dem niederen Geist symbolisiert.
Die Mantra Meditation, auch Japa genannt, besteht aus der wiederholten geistigen oder verbalen Rezitation eines heiligen Klangs.
Beim Japa mit OM wird der Klang zunächst bis zu fünf Minuten hörbar wiederholt, wobei die entstehende Schwingung bewusst wahrgenommen wird. Anschließend wird die Schwingung des Lautes „M“ so lange gehalten, wie die Ausatmung andauert. Danach wird OM für weitere etwa zehn Minuten still wiederholt, wobei der Klang mit dem Atem verbunden wird: OM beim Einatmen und OM beim Ausatmen.
Nachdem die Praxis beendet ist, sollte man noch einige Minuten ruhig sitzen und die Schwingungen nachklingen lassen. Dabei kann man versuchen, die innere Ausrichtung beim Übergang zurück in den Alltag aufrechtzuerhalten.
Zur Reinigung der Energie in Deinem Meditationsraum kannst Du am Ende jeder Meditationssitzung ein kurzes Ritual anwenden, das Arati genannt wird. Dabei wird an Deinem Meditationsplatz eine Flamme dargebracht, während Mantras rezitiert werden. Wenn Du auf Reisen bist und für eine gewisse Zeit an einem anderen Ort meditieren musst, kannst Du Arati vor der Meditation ausführen, da es den Raum von negativen Energien reinigt.
Wiederhole OM (oder Dein gewähltes Mantra) mit aufrichtiger Hingabe und ohne Unterbrechung.
Singe oder rezitiere einen kurzen Kirtan (Mantragesang) oder ein hingebungsvolles Lied.
Lasse die Schwingungen nachklingen und nimm diese innere Ausrichtung mit in Deine alltäglichen Tätigkeiten.
Arati am Ende, um die Reinheit in Dir selbst und in Deinem Meditationsraum zu stärken.